Freitag, 21. November 2014

... vom Schreiben

Hallo meine Lieben, 



warum sollte man als Blogger nicht mal über unser tägliches Geschäft berichten: das Schreiben. Tagebücher zu führen, gehört heute wohl nicht mehr zu den aller coolsten Freizeitbeschäftigungen. Trotzdem bietet es meiner Meinung nach viele Vorteile: der erste und meiner Meinung nach wichtigste ist, dass wir Erinnerungen schaffen. Ich habe noch ein Tagebuch aus der Zeit als ich so zirka in der fünften Klasse war und könnte mich jedesmal totlachen, wenn ich lese, was mich damals beschäftigt hat: "Ich habe in dieser Ex eine zwei geschrieben und in jener Ex eine vier." "Dieser Lehrer ist voll doof." und "Jungs nerven." So ähnliche Aussagen sind hier zu finden. Dabei finde ich es besonders spannend, aus welchem kindlich naiven Blickwinkel ich die Welt damals gesehen habe. In meiner Jugend habe ich leider nur geschrieben, wenn ich mich gerade wirklich beschissen gefühlt habe. Warum auch die schönen Dinge aufschreiben. :P Das ärgert mich sehr. So vieles was ich erlebt habe, ist schon wieder in Vergessenheit geraten und ich würde wirklich liebend gerne noch einmal darüber lesen. 



Auch heute führe ich kaum Tagebuch. Urlaubstagebuch, ja. Aber zum regelmäßigen Aufschreiben komme ich einfach nicht. Ich nehme mir nicht die Zeit dafür. Klar ist das Bloggen in gewisser Weise ein Ersatz dafür. Aber mal ehrlich, vieles hat hier einfach nichts verloren, weil es zu privat ist. Also werde ich mich wohl auch aus meiner Studienzeit nur an die Dinge erleben, die so einschneidend waren, dass ich sie in meinem Gedächtnis abgespeichert habe und an jene, an die ich durch Fotos erinnert werde. Aber angeblich verfälschen Fotos ja die Erinnerung. Ist auch irgendwie logisch. Wenn zum Beispiel eine Party ziemlich langweilig war und man sich eigentlich die ganze Zeit nur gewünscht hat, dass die anderen auch endlich heim gehen wollen, wird man das auf den gestellten Fotos, die an jenem Abend entstanden sind, kaum sehen können. Fotos sind eben nur Momentaufnahmen. Trotzdem können sie meiner Meinung nach sehr gut Gefühle transportieren. 



Das Erinnern ist aber nicht der einzige Grund, weshalb es sich anbietet ein Tagebuch zu führen, oder generell zu schreiben. Es befreit die Seele. Man kann seine Gedanken sortieren, Abstand gewinnen und ein Problem von einer anderen Perspektive sehen. Das hilft oft der Lösung näher zu kommen. Papier ist geduldig, auch wenn wir nicht ganz unbegründet Angst haben müssen, dass vielleicht doch eines Tages jemand das Aufgeschriebene findet, können wir uns hier oft leichter als vor anderen, unsere wahren Beweggründe, Ängst und Hemmungen eingestehen. 
Es gibt da auch so eine Methode, nach der soll man einfach schreiben. Die ganze Zeit schreiben ohne Unterbrechung. Jeden Gedanken der kommt sofort aufschreiben, ohne noch einmal darüber nachzudenken. Wenn einem nichts mehr einfällt, dann schreibt man einfach: mir fällt nichts mehr ein, mir fällt nichts mehr ein... So komisch es sich auch anhört, es hilft wirklich bei Problemen. 

Ich hoffe ich konnte euch zum Schreiben animieren und euch vielleicht einige Inspirationen geben, die euch weiterhelfen. Probiert es doch einfach mal aus. Ich nehme mir fest vor, auch wieder öfter zu schreiben. ;) 

Eure Anka <3

Kommentare:

  1. Ich habe als Teenager auch nur alle Schlechten Dinge aufgeschrieben. Seitenweise. Wenn man das liest...könnte man meinen, in meinem Leben hätte es kein Funken Glück gegeben :D Es ist regelrecht peinlich, wie einen auch kleine Dinge so heruntergezogen haben und man doch eher einen beschränkten Blick auf die Zukunft hatte. Ich habe darüber nachgedacht das Buch aus der Teenager Zeit zu verbrennen. Leider weiß ich nicht mehr wo ich es versteckt habe... :D Man sollte sich wirklich an die schönen Dinge erinnern und nicht an die Schlechten. Jetzt als Erwachsene habe ich da wirklich einen ganz anderen Blickwinkel als damals. Zum Glück! :D

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